ABIS startet den Conflict Facilitator Track
Viele systemische Coaches und Berater:innen begleiten Konflikte längst – in Coachingsitzungen, in Teamprozessen, an den Rändern von Beratungsmandaten. Was bisher fehlte, war ein Format, das genau dort ansetzt: kompakt, fachlich fundiert, ohne den Umweg über eine vollständige Mediationsausbildung. Den Conflict Facilitator Track gibt es jetzt.
Wenn Konfliktkompetenz zur Rollenanforderung wird
Konflikte landen dort, wo Kompetenz sichtbar ist. HR Business Partner werden gerufen, wenn Führungskräfte nicht mehr miteinander reden. Interne Berater:innen sollen moderieren, wenn Teams feststecken. Coaches erleben, wie Coachingthemen plötzlich eine konfliktdynamische Dimension bekommen, die über klassische Gesprächsführung hinausgeht.
Die Frage, die sich dahinter verbirgt, ist eine professionelle: Wie gehe ich mit dem um, was vor mir liegt, ohne meine Rolle zu überschreiten und ohne die Situation zu vereinfachen?
Systemisch denken auch im Konflikt
Wer systemisch ausgebildet ist, bringt eine entscheidende Grundlage mit: den Blick auf Muster, Kontexte und Wechselwirkungen statt auf Schuld und Ursache. Das ist im Konflikt keine schlechte Ausgangslage. Aber Konflikte haben eigene Dynamiken, die man kennen muss.
Eskalation läuft nicht linear. Heiße und kalte Konflikte funktionieren grundlegend unterschiedlich. Was in Stufe drei noch wirkt, verschärft in Stufe sechs die Situation. Das Glasl-Modell ist dafür bekannt, aber Eskalationstheorie allein reicht nicht. Entscheidend ist die Übersetzung in konkretes Handeln: Wann führe ich ein Einzelgespräch? Wann bringe ich beide Parteien an einen Tisch? Wann ist meine Rolle als Klärungshelfer an eine Grenze gestoßen?
Genau das trainiert der Conflict Facilitator Track – auf Basis systemischer Konflikttheorien, mit Eskalationsmodellen als Orientierungsrahmen und mit konkreten Interventionen für die eigene Praxis.
Was der Track in vier kompakten Modulen vermittelt
Der Track umfasst vier Online-Halbtage, aufgebaut als eine logische Lernreise. Die Reihenfolge ist durchdacht, die Module sind aber auch einzeln buchbar.
Modul 1 – Konflikte lesen lernen
Konflikttheorien und Eskalationsdynamiken als Orientierungsrahmen. Heiße und kalte Konflikte unterscheiden. Den systemischen Blick auf Strukturen und Zielkonflikte schärfen. Die Haltung „erst einordnen, dann handeln" als professionelle Grundlage.
Modul 2 – Konfliktcoaching im 1:1
Eine Person in einem Konflikt begleiten – empathisch, ohne Partei zu ergreifen. Systemische Fragen, die festgefahrene Sichtweisen öffnen. Umgang mit starken Emotionen, Schuldzuweisungen und Narrativen. Eigene Parteilichkeit erkennen und gegensteuern.
Modul 3 – Konfliktmoderation im Mehrpersonensetting
Moderieren, wenn beide Parteien am Tisch sitzen. Soziale und sachliche Ebene gleichzeitig im Blick halten. Den Raum strukturieren, Worte entgiften, Nicht-Anwesende einbeziehen, wenn nötig. Den Moment erkennen, wenn es kippt – und damit arbeiten, statt dagegen.
Modul 4 – Konfliktkultur entwickeln
Die Perspektive wechseln: von der Klärung einzelner Konflikte zur Frage, wie ein Team oder eine Organisation über Zeit konfliktkompetenter wird. Strukturelle Ursachen erkennen und bearbeitbar machen. Interventionsformate für den eigenen Verantwortungsbereich.
Wer bereits systemisch arbeitet und genau das weiterführen will
Der Track richtet sich ausdrücklich an Menschen mit Berufserfahrung: Coaches und Berater:innen, die systemisch ausgebildet sind, HR- und OE-Verantwortliche, Führungskräfte mit Klärungsauftrag. Systemisches Vorwissen ist willkommen – und wird im Track produktiv genutzt.
Der Conflict Facilitator Track ist keine Mediationsausbildung und kein Ersatz für eine solche. Er ist ein klar umrissenes Kompaktformat für Menschen, die in ihrer Rolle bereits mit Konflikten arbeiten und das professioneller und sicherer tun wollen. Wer alle vier Module absolviert, erhält den ABIS Specialist Badge „Conflict Facilitator" – einen Kompetenznachweis, der für systemische Qualität steht.